
Es ist 6 Uhr Morgens. Ruhiger als sonst drückt der Verkehrslärm in die Wohnung. He, was ist los, wieso höre ich den Bus so leise? Ich werfe die Kaffeemaschine in der Küche an und schaue aus dem Fenster. Ich muss die Augen etwas zukneifen, was ja logisch ist nach einer kurzen Nacht. Aber was ist das? Die Abdeckung der Strassenlampe hat ein Sahnehäubchen, Schneeflocken wirbeln vor dem Strassenlicht herum, hallo Frau Holle hat sich angemeldet. Trotz Schneegestöber schmeckt mir der heisse Kaffee, die Honigschnitte und die Morgenzeitung tragen auch etwas zum richtigen erwachen bei, ich kann den Winter begrüssen. Nach dem täglichen Morgenritual mit Rasur, Zähneputzen und kaltem Waschlappen am Kopf, zwecks Schocktherapie, geht’s auf den Weg zur Arbeit. Die Casinohuscher bleiben heute zu Hause, Schuhe mit Profil sind eher angebracht. Ich stampfe durch den Schnee zum Carport und denke, heute ist ein Tag für Autospengler und Carrossiers angesagt. Die Verhältnisse sind arschglatt! Radio DRS3 bestätigte mir dies kurz danach im Auto mit den morgendlichen Unfall und Staumeldungen. Schade, dass so mancher Strassencowboy die Infos der Natur nicht mehr deuten kann. Am Nachmittag verliert Frau Holle den Kampf gegen die Sonne. Die Schneekristalle glitzern in der kurzen Sonnenzeit um die Wette. Richtig, kurz nach 16 Uhr verabschiedet sich die Sonne wieder hinter dem Horizont und schon bald danach fängt es an einzudunkeln. Winterzeit, die Zeit der kurzen aber intensiven Lichtblicke. Zum Glück kommt schon bald der 21. Dezember. Die Tage werden dann wieder länger. Also, mach doch morgen wieder einmal einen Schneemann.
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